In flacher, fruchtbarer Umgebung an der Oker und dem Mittellandkanal.
In der Nähe die Höhenzüge Elm und Harz. Kreuzung alter Handelsstraßen.
Elektrotechnik, älteste technische Universität Deutschlands,
naturwissenschaftlich-technisches Forschungszentrum. In der Region viel
industrielle Wertschöpfung.
Geschichte:
1031 Brunesguik erwähnt. Wurde Allodbesitz (= lehnfreies Eigentum)
der Welfen. Förderung durch Heinrich den Löwen (gest.1195). Im
13. Jh. wuchsen verschiedene Orte zur bedeutenden Hansestadt zusammen.
Weiteres:
Alt- und Innenstadt sind Traditionsinsel, dort Dom-Burgplatz mit dem
1166 errichteten Bronzelöwen. Romanischer Dom St. Blasius. Gewandhaus,
Burg Dankwarderode von 1173. Naturschutzgebiet Riddagshausen.
Am Roten Main zwischen Fichtelgebirge und Fränkischem Jura. Weltbekannte
Festspielstadt (1876 Richard-Wagner-Festspielhaus auf dem Grünen Hügel).
Geschichte:
1194 erstmals erwähnt, 1231 Stadtrecht, gehörte zuerst den
Burggrafen von Nürnberg, 1603-1791 Residenzstadt. Im 18. Jh. Schloß.
Markgräfliches Opernhaus und Eremitage. 1810 zu Bayern. Richard Wagner
lebte dort von 1872 an.
Weiteres:
Festspielhaus, Schloßkirche (Rokoko), Haus Wahnfried (Richard-Wagner-Museum),
Landschaftspark Eremitage (1715).
17.400 Bitterfeld, 39.000 Wolfen 120.000 (Kreis), meist evangelisch;
238 E/km².
Lage/Leistung:
In der Leipziger Tieflandsbucht. Die zum Teil fruchtbaren Böden
wurden durch Braunkohletagebau, chemische und Energiewirtschaft stark beeinträchtigt.
Wieder großes, hochmodernes industrielles Potential, u.a. Filmfabrikation.
Entsorgungseinrichtungen.
Geschichte:
1153 gegründet, bis 1815 sächsisch, bis 1945 preußisch.
I.G.-Farbenwerke, die 1945 demontiert bzw. umgewandelt wurden.
Weiteres:
Neugotische Pfarrkirche, Braunkohlebergbau-Museum. In Altjeßnitz
größter (botanischer) Irrgarten Deutschlands.
Östlich von Dresden, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik
im Lausitzer Gebirge. Bautzen sorbisch = Budysin. Kerngebiet der Oberlausitz
("Lausitz" sorbisch = sumpfiges Gelände) am Oberlauf der Spree. Teils
Löß-, teils Sandboden mit Kiefernwäldern und aufragenden
Granitrücken (Steinbrüche). Kreuzung von Fernhandelsstraßen.
Reihendörfer; Keramik-, Textilindustrie, Waggonbau. Unrühmlich
bekannt wurde in Bautzen alte Haftanstalt.
Geschichte:
Uraltes Siedlungsgebiet von Ostgermanen, in gotischer Zeit Slawen/Sorben.
957 Grenzfeste Ortenburg. Bautzen 1158 böhmisch, im 13. Jh. aufblühende
deutsche Bürgerstadt. 1635 zu Sachsen. In Bischofswerda seit Renaissancezeit
Begräbniskirche, jetzt Kreuzkirche. Oberlausitzer Sechsstädtebund.
Strumpfwirkerei und Webereien. Zentrum der sorbischen Volksgruppe "Domowina"
(= Heimat, etwa 60.000). Rammenau Geburtsort des Philosophen J.G.Fichte.
Weiteres:
Bautzen: Ortenburg, Petri-Dom (seit 1524 Simultankirche). Vieltürmige
Stadt (u.a. Nikolaiturm und Alte Wasserkunst) mit gut erhaltenem Mauerring;
viele barocke Gebäude, schiefer Reichentorturm. In Kleinwelka ein
"Urzoo" (Saurierausstellung). Schloß Rammenau. Bischofswerda: Begräbniskirche,
klassizistisches Rathaus. "Pfefferkuchenstadt" Pulsnitz.
15.600 Oschersleben, 6.100 Wanzleben, 81.200 (Kreis), meist evangelisch;
92 E/km².
Lage/Leistung:
In der Magdeburger Börde ("Börde" von "bören" = ertragreich;
Bodenwertzahlen zwischen 80 und 100) mit Flüßchen Bode und Sarre.
Nahrungsmittelindustrie, Kartoffelverarbeitung und Süßwarenproduktion,
Brauerei, Ziegeleien. Braunkohle, Pumpenfabrik, Elektromotorenwerk.
Geschichte:
Oschersleben 994 erstmals erwähnt mit Zoll-, Münz- und Marktrecht.
Wanzleben 889 erstmals erwähnt, 1376 Stadtrecht.
Weiteres:
In Oschersleben Burganlage mit Stadtmauer (12. Jh.), Rathaus (1396).
In Wanzleben Reste der Burganlage (14. Jh.).