Südlichster Landkreis Deutschlands, grenzt an das zu Österreich
gehörende Kleinwalsertal. Alpenvorland, Hochgebirge. Kreisstadt Sonthofen
und kreisfreie Stadt Kempten (siehe KE). Natur- und Landschaftsschutzgebiete,
Fremdenverkehr, Kurorte. Textil- und holzverarbeitende Industrie. In Oberstdorf
Eisstadion und Skiflugschanze.
Geschichte:
Um 600 v. Chr. Siedlungsgebiet der Kelten, später Römer und
Franken.
Weiteres:
Urlaubs- und Kurgebiet, vielfältige Pflanzenwelt, erd- und kulturgeschichtliche
Zeugnisse. Breitachklamm bei Oberstdorf. Kleinwalsertal und Jungholz gehören
zwar zu Österreich, sind aber deutsche Zollanschlußgebiete.
18.000 Marktoberdorf, 16.400 Füssen, 125.000 (Kreis), meist katholisch;
89 E/km².
Lage/Leistung:
Marktoberdorf liegt südlich von Augsburg, berührt von der
Romantischen und der Schwäbischen Bäderstraße. Landwirtschaft,
Fremdenverkehr und Kurorte. Bei Füssen endet an der Österreichischen
Grenze die Romantische Straße. Im Forggensee (16 km²) wird 11,5
km lang der Lech gestaut (größter künstlicher See Deutschlands).
Geschichte:
Altes Siedlungsland der Kelten, Römer und Franken. Ab 700 n. Chr.
Bau vieler Kapellen, Kirchen und Schlösser.
Weiteres:
Kurorte Pfronten und Füssen, Schlösser Neuschwanstein (1869)
und Hohenschwangau. Rokokokirche St. Ulrich in Seeg. In Waal seit 1626
Passionsspiele.
Im westlichen Ruhrgebiet an der Emscher. Kohlebergbau, Schwer- und
chemische Industrie.
Geschichte:
1876 erste Eisenhütte des Ruhrgebietes. 1862 wurden 7 Bauernschaften
zusammengelegt und nach dem Schloß Oberhausen benannt. Darunter Holten,
das 1309 Stadtrecht hatte.
22.300 Bad Oldesloe, 204.100 (Kreis), meist evangelisch; 266 E/km².
Lage/Leistung:
Nördlich und östlich von Hamburg an der Trave. Aufgeblüht
in der 2. Hälfte des 20. Jh. durch Herstellung von Land- und Werkzeugmaschinen
sowie Fleischverarbeitung. Sole- und Moorbad.
Geschichte:
Seit 8. Jh. Siedlungsgebiet der Stormarii. Bad Oldeslohe 1151 erstmals
erwähnt, 1238 Stadtrecht.
Östlich von Frankfurt/Main. Grenzt im Osten an Bayern. Teil vom
Verdichtungsgebiet Rhein-Main. Textil- und vor allem Lederindustrie.
Geschichte:
Römersiedlungen. 1556 Schloßbau der Grafen zu Isenburg.
In Gegenreformation Siedlung von Hugenotten, die Handwerkskunst einführten,
unter anderem Lederindustrie. In Seligenstadt um 825 gegründete Abtei
und Ruinen staufischer Kaiserpfalz.
Weiteres:
Leder- und Schuhmuseum (größtes seiner Art in der Welt).
Isenburger Schloß mit Renaissancefassade. Waldzoo.
Einmündung des Kinzigtals in die Rheinebene. Ortenau ist Landschaft
in der Vorbergzone. Verschiedene Industrien, Verlage, Brauereien, Obst-
und Weinanbau.
Geschichte:
Zähringer Gründung, Offenburg um 1100 erstmals erwähnt,
1240 Reichsstadt.
Weiteres:
Kreuzkirche (1740), Amtshof der Landvogtei (1714, heute Landratsamt).
Franziskanerkloster (1280). Bei Lahr Ruine Geroldseck. Ritterhausmuseum
(Sammlung aus ehemaligen deutschen Kolonien).
19.500 Eutin, 9.800 Oldenburg, 11.000 Bad Malente-Gremsmühlen,
7.400 Grömitz, 13.600 Fehmarn, 194.000 (Kreis), meist evangelisch;
139 E/km².
Lage/Leistung:
Umfaßt im wesentlichen die Halbinsel Wagrien, der die Insel Fehmarn
vorgelagert ist (185 km², zweitgrößte deutsche Insel).
Landwirtschaft und Ostsee-Erholungsgebiet, Naturpark Holsteinische Schweiz.
Von Puttgarden Fähren nach Dänemark.
Geschichte:
Germanische und slawische Burganlagen ab 7. Jh., Eutin wurde 1257 Stadt,
Oldenburg 1235. 1786 Carl Maria von Weber in Eutin geboren.
Weiteres:
Die deutsche Ferienstraße geht an der Ostsee in die Bäderstraße
über mit einer Reihe bekannter Badeorte. Fünf-Seen bei Malente,
Schloß Eutin (17. Jh.). In Heiligenhafen Natur- und Vogelschutzgebiet.
In Grömitz-Cismar Benediktinerkloster.
29.000 Oranienburg, 5.300 Gransee, 5.000 Fürstenberg, 166.000
Kreis Oberhavel; meist evangelisch; 92 E/km².
Lage/Leistung:
Nördlich von Berlin an Havel und Oder-Havel-Kanal. Zahlreiche
Seen. Industriebezirk, Obst-, Getreide- und Kartoffelanbau.
Geschichte:
Oranienburg 1260 erstmals erwähnt, war askanische Wasserburg,
im 16. Jh. kurfürstliches Jagdschloß. Gransee bekam 1262 Brandenburger
Stadtrecht; 1278 Fürstenberg als Agrarhandelszentrum erwähnt.
Weiteres:
In Oranienburg barockes Jagdschloß mit Lustgarten. Dort begann
1833 die moderne Farbindustrie (Anilin) durch F.G. Runge. Nordöstlich
der Stadt ehemaliges KZ Sachsenhausen, das nach 1945 auch von den Sowjets
benutzt wurde, heute Gedenkstätte, desgleichen in Ravensbrück
ein Frauen-KZ. In Gransee: Nikolaikirche mit "Tetzelkasten"), Reste der
Stadtbefestigung mit Ruppiner Tor.