22.000 Haldensleben, 11.500 Wolmirstedt, 106.400 Ohre-Kreis, meist
evangelisch; 71 E/km².
Lage/Leistung:
In der Magdeburger Börde und südlich der Colbitz-Letzinger
Heide, durchzogen von der Ohre und dem Mittellandkanal. Zuckerrübenanbau,
keramische und Lederindustrie.
Geschichte:
Haldensleben 966 erwähnte welfische Grenzfeste zur Sicherung des
Ohreüberganges. 1223 Neuaufbau der zerstörten Stadt. Wolmirstedt
war um 1009 Burg, später erzbischöflich-magdeburgische Burg (13.
Jh.), 1363 Stadtrecht.
Weiteres:
In Haldensleben spätgotische Marienkirche, Stendaler Tor (1593),
klassizistisches Rathaus mit reitendem Roland davor. Im Haldenslebener
Forst Megalithgräber (Jungstein- und Bronzezeit). Wolmirstedt hat
Schloßdomäne und -kapelle.
155.000 Oldenburg, 15.200 Wildeshausen, 148.000 (Kreis), meist evangelisch;
101 E/km².
Lage/Leistung:
Westlich vom Mündungsgebiet der Weser an der Hunte und Delme.
Elektromaschinen- und Bekleidungsindustrie, Werft, Binnenschiffer-Umschlagplatz.
Im Landkreis Viehzucht und Getreideanbau.
Geschichte:
Oldenburg 1108 erstmals erwähnt. Einst Grenzfeste im friesischen
Ammergau. 1345 Bremisches Stadtrecht. Residenz des ehemaligen Großherzogtums
Oldenburg. Wildeshausen 1270 Stadtrecht.
Umfaßt das kiefernbestandene Gebiet der Ruppiner Schweiz (22
km lange Seenkette) und die Region um die Dosse in der Prignitz und die
Jäglitz. Landwirtschaftliche Industrie, mittelständische Betriebe.
Erholungsgebiet.
Geschichte:
Neuruppin bekam 1256 Stendaler Recht, Kyritz 1237 Stadtrecht und wurde
1358 Hansemitglied. Wittstock war um 1150 Grenzburg der Bischöfe von
Havelberg und erhielt 1248 Stadtrecht.
Weiteres:
Wittstock hat 22,5 km lange Stadtmauer aus Backstein mit mehr als 30
Wiekhäusern und Wehrtürmen, Gröpertor. In Wusterhausen Pfarrkirche
aus 13. Jh.; in Dorfkirche Kampehl liegt die "unverweste" Leiche des Ritters
Kahlbutz. Neuruppin ist Geburtsort von Th. Fontane und G.F. Schinkel. Im
Luftkurort Rheinsberg Schloß Friedrichs des Großen (Spätbarock).
Etwa Mitte 19. Jh. bis 1937 "Neuruppiner Bilderbogen" (Vorläufer der
Illustrierten).
Osnabrück ist "Stadt des Großhandels" zwischen Teutoburger
Wald und Wiehengebirge mit ehemaligem Landkreis Wittlage und dem Grönegau.
Anbindung der vielseitigen Wirtschaft und Industrie an Straße, Bahn
und Mittellandkanal. Im Osnabrücker Land neben viel Landwirtschaft
eine Reihe Kleinkurorte mit Naturparks, u.a. in Bad Essen.
Geschichte:
9 n. Chr. Varusschlacht bei Kalkriese (erst Mitte ds. Jh. nachgewiesen;
vgl. LIP). Im Gebiet altgermanischer Siedlungen gründete im altsächsischen
Threcwitigau Karl der Große 780 ein Bistum. 1171 Stadtprivilegien.
Reformation und Gegenreformation. 1648 Westfälischer Friede (neben
Münster) geschlossen, der den Dreißigjährigen Krieg beendete.
Seit 1970 Universität.
Weiteres:
Romanischer Dom, gotische Marienkirche, spätgotisches Rathaus
mit Friedenssaal von 1648. In Bad Iburg 600 Jahre lang Sitz der Fürstbischöfe.
Im Land 500 km Weitwanderwege. Hier angeblich Pumpernickelbrot erfunden.
Am Lausitzer Grenzwall, an der Schwarzen Elster, Wegen geringem Gefälle
im Spreewald werden aus dem Fluß zahlreiche "Fließen". Zentrum
des niederlausitzer Braunkohlegebietes; Grundmoränenlandschaft mit
Ackerbau, um Lübbenau Gurkenanbau.
Geschichte:
Senftenberg: sorbischer Name Zly Komorow, 1279 Stadtrecht. Calau entstand
im 10. Jh. aus wendischer, befestigter Siedlung. Anfang 13. Jh. Stadt.
Weiteres:
Aus Löchern vom Kohletagebau entstand das Erholungsgebiet "Senftenberger
Seen" (1.780 ha) und Naturschutzgebiet. In Calau spätgotische Stadtkirche.
Vom Klappern der Holzschuhe kam angeblich der Ausdruck "Kalauer" (es gibt
noch andere Erklärungen). In Lübbenau Kahnhafen für Spreewaldrundfahrten.
18.400 Anklam, 18.000 Wolgast, 116.500 (Kreis), meist evangelisch; 60 E/km².
Lage/Leistung:
Umfaßt Teile vom Greifswalder Bodden und die schiffbare Peene mit Brücke zur Insel Usedom, deren östlicher Teil heute polnisch ist (ehemals Swinemünde). Grundmoränenland. Verkehrsknotenpunkt für See- und Binnenschiffahrt. Futtermittel-und Möbelindustrie, Ziegeleien. Stark eingebuchtete Insel Usedom mit Außenküste (Oderbucht) und Innenküste (Oderhaff) hat mehrere einst berühmte Badeorte.
Geschichte:
Anklam 1243 erstmals erwähnt. 1283 Hansestadt mit blühendem Handel, u.a. mit den Ostseeländern, 1648 schwedisch, 1720 preußisch. Wolgast seit 1285 Lübisches Stadtrecht, Hansemitglied. 1295-1625 Sitz der Herzöge von Pommern-Wolgast. Im Dreißigjährigen Krieg viel umkämpft. 1815 an Preußen.
Weiteres:
In Anklam gotische Marien- und Nikolaikirche aus dem 13./14. Jh., 32 m hohes Steintor; Otto-Lilienthal-Gedenkstätte (sein Geburtsort). Im Nordwesten Usedoms ehemalige Raketenversuchsstation Peenemünde. Wolgast ist Geburtsort des Malers Ph. O. Runge (1777-1810, Gedenkraum im Museum "Kaffeemühle"). Petrikirche (14. Jh. mit Herzogsgruft, darin Totentanz-Zyklus). Landschaftsschutzgebiet "Unteres Peenetal".